Stellungnahme der Revolutionaeren Vereinigung der Frauen Afghanistans (RAWA)
anlaesslich des Internationalen Tages der Menschenrechte, 10. Dezember 2001



Die "Nord-Allianz": Die Verbrecher gegen Menschenrechte

Die mittelalterlichen Taliban sind innerhalb weniger Tage durch Bombardierungen durch die USA, die bis vor einigen Jahren "mit ihnen in Verbindung standen", zerstueckelt worden. Dieses beschaemende Ende kam trotz aller uebelkeitserregenden Luegen und Aufschneidereien der Taliban, und trotz der grosskotzigen Fatwas des Mullah Omar und Osamas, die beteuerten, ihren "Heiligen Krieg" bis zum bitteren Ende durchzuziehen. Dies ist das Resultat des Ekels und Abscheus, die die Taliban so erfolgreich innerhalb Afghanistans und rund um die Welt erregt haben. Die Taliban, genauso wie ihre verabscheuungswuerdigen Gulbaddin-Kumpane der Hezb-e-Islami vor ihnen, fanden es sehr passend, am Ende ihrer beschaemenden Karrieren ihre Baerte und Schnurrbaerte abzurasieren , ihre Turbane abzuwerfen, sich ihrer Beutelhosen zu entledigen , und sich wie feige Ratten in alle Richtungen zu zerstreuen , um ihr Leben zu retten. Dies ist das unabwendbare Schicksal aller Henker in der Geschichte, die ein Volk unter dem Vorwand von Religion, Tradition oder Ethnizitaet tyrannisieren.

Einige Menschen in Kabul und anderswo halten dagegen, dass es besser waere, Mullah Omar und Herrn Osama bin Laden nicht zu toeten, sondern sie in speziell angefertigte Kaefigen zu sperren bis sie verdorren, und sie rund um die Welt auszustellen, als abschreckendes Beispiel fuer alle islamischen und nicht-islamischen Fundamentalisten , die davon traeumen, religioes-faschistische Gefaengnis-Regimes fuer ganze Nationen zu errichten.

Die beschaemende Zerstoerung der analphabetischen und ignoranten Taliban solllte zunaechst und hauptsaechlich ein Brandzeichen auf den Stirnen ihrer Vordenker, der Sorte der Herren Isshaq Negargar, Dr. Khalilullah Hashimian, Nabi Mesdaq und so weite rsein , die aus Leibeskraeften fuer die Verteidigung der Taliban und allem, wofuer sie stehen, geschien, geheult und gebruellt haben. Wenn diesen Lobredner und hochglanzpolierten Agenten der Taliban der Sinn fuer Humor fehlt um Selbstmord zu begehen oder zu auf ein Leben im "abtruennigen und dekadenten Westen" zu verzichten, dann sollten sie zumindest den Anstand haben, sich den anti-terroristischen Kraeften der USA und Grosbritanniens zu ergeben , um zu gestehen, auf welche Art und in wlechem Masse sie mit den Taetern der Greueltat vom 11. September in Verbindung standen. Waere es der westlichen anti-terroristischen Koalition tatsaechlich ernst gewesen mit ihrem Kampf gegen den Fundamentalismus, dann haetten sie bereits aller dieser grossen und kleinen "Hirne" und Vordenker der Taliban und der al-Quaeda aus ihren Nischen in den verschiedenen westlichen Laendern habhaft werden muessen, sie ins Flugzeug gesetzt und zu den Verstecken von Mullah Omar und Osama bin Laden fliegen sollen, um ihren arabischen und pakistanischen Helden vor Ort im Moment der Wahrheit ihres Jihad gegen die Unglaeubigen Trost und Beistand zu spenden!

Die Revolutionaere Vereinigung der Frauen Afghanistans hatte in diesem Jahr sehr gehofft, den Internationalen Menschenrechtstag innerhalb Afghanistans begehen zu koennen. Aber das Wiederauftauchen der Verbrecher der Nord-Allianz in verschiedenen Teilen unseres Landes , die marionettenhaft vor amerikanischem Bayonetten haengen, hat all unsere diesbezueglichen Hoffnungen zerstoert. Die "Nord-Allianz" sollte sich der Jahre 1992 bis 1996 erinnern, als sie an der Macht waren, als die abscheuliche Bande des Golbodin Hekmatyar (Hezb-i-islami) Kabul mit ihren unwillkuerlichen taeglichen Bombardierungen und Raketenbeschuessen in Schutt und Asche gelegt haben, als die beruechtigte Mazari-Khalili-Bande (Wahdat-i-Islami) die Augen von Nicht-Hazaras ausgemeisselt haben, als die widerliche Bande der Sayyaf (Ittehad-i-Islami) 12 cm lange Naegel durch die Koepfe von Angehoerigen des Hazara-Stammes geschlagen haben und sie lebendig in Metallcontainern zu Tode gekocht haben, als die perfiden Banden des Rabbani und Massoud (Jamiat-i-Islami und Shorai Nazar) die Einwohner von Afshar und anderer Stadtteile Kabuls geschlachtet haben und die Moerder, Vergewaltiger und Pluenderer von allen Verbrechen und Greueltaten freigesprochen haben, die diese gegen unzaehlige unschuldige , wehrlose Frauen, Maedchen und Jungen begangen haben. Die "Nord-Allianz" sollte wissen, dass die blutenden Wunden, die sie dem afghanischen Volk wahrend all der Jahre ihrer Jihadi-Herrschaft zugefuegt haben, noch immer eitern und offen klaffen, dass sie zu schmerzvoll sind, um zu glauben, dass ihr Posieren als demokratische Taufe und Konversion in Glauben an Menschenrechten als irgendwas anderes als zusaetzliche Erniedrigung derjenigen Menschen hingenommen werden wuerde, die unter ihnen so sehr gelitten haben.

Solche Haltung und das Gerede von "Demokratie" und "Frauen- Rechten" kann ihre angeborene fundamentalistische, terroristische Natur nicht reinwaschen oder verbergen.

Wenn man die sanften, hochglanzpolierten Erscheinungen gewisser Jihadi-Fuehrer im Fernsehen sieht, kommentiert eine noch in Trauer befindliche Mutter, von Jahren des Leides und der Qualen vorzeitig gealtert: "Ich sehe das Blut meines Sohnes auf den makellosen Anzuegen und Krawatten dieser "Nord-Allianz-Fuehrer". In dieser Weise reagiert die ueberwaeltigende Mehrheit unseres trauernden Volkes.

Die Menschen der Welt muessen die Kriminellen der "Nord-Allianz" kennen. Das sind genau die Leute, die Demokratie und Wahlen als blasphemische, ketzerische Konzepte bezeichnet haben. Deiselben Leute, die, sofort nachdem die Blase des Najib-Regimes geplatzt war, die Macht ergriffen, die, bevor sie die dringend benoetigten Massnahmen getroffen haben, den Frieden wiederherzustellen und das Wohlergehen der gegeisselten volkes Afghanistans wiederherzustellen, ihren scheinheiligen Krieg gegen Frauen aufgenommen haben, und in einer gemeinsamen Verlautbarung aller Jehad-Parteiel erklaert haben dass, unter anderen schmutzigen Restriktionen ein Verschleierungszwang fuer Frauen verhaengt wurde. Die Menschen auf der Welt muesen wissen, dass es, lange vor den Taliban, Mr. Mullah Younis Khalis (ein Bundesgenosse der boesartigen Jehadis) war, der die Buddha-Statuen in Bamiyan "exekutiert" hat, indem er sie mit Artilleriebeschuss belegt hat. Die Menschen der Welt muessen wissen, dass die Taliban, was das Vergewaltigen von Frauen und Maedchen im Alter von 7 bis 70 Jahren betrifft, in keiner Weise mit diesen "Nordallianz"- Kollegen mithalten koennen. Die Menschend der Welt muessen wissen, dass mit ihrem Hintergrund von zahlreichen Massakern, dem Pluendern nationalen Eigentums und archaeologischer Schaetze, durch die Erpressung grosser Geldsummen von wehrlosen Menschen und der Veruebung anderer Verbrechen und Greueltaten , deren es zu viele gibt, um sie an dieser Stelle aufzuzaehlen, die Northern Aliiance es verdienen, in Internationalen Gerichtshoefen auf der Anklagebank zu sitzen, anstatt am Steuerruder einer Regierung fuer Afghansitan zu stehe.

Durch die Anwesenheit unverbesserlicher Fundamentalisten in den Gespraechen von Bonn - insbesondere durch die Anwesenheit des Erzkriminellen Homayoun Jarir, dessen Herr Golboddin kuerzlich von den Taliban uebergelaufen war - hat RAWA das Treffen in Bonn von Anfang an mit Misstrauen betrachtet. Die Zusammensetzung der Uebergangsregierung, (die Jehadi-Blutsauger und zwei Frauen, eine von ihnen eine Leiterin der geldgierigen kriminellen Paertei Hezb-i-Wahdat, und die andere eine wohlbekannte Parcahmi-Verraeterrin), hat bewiesen, dass die UN es ungluecklicherweise die UN verfehlt haben, unserem Volk dabei zu helfen, die verrotteten Reste der Hoellenhunde der "Nord-Allianz" loszuwerden.

Due UN muessen wissen dass, selbst falls alle Kabinettsposten einer Regierung fuer Afghansitan mit solchen Frauen besetzt wuerden, sie nie als Embleme der Freiheit und Befreiung von Unterdrueckung fuer afghanische Frauen betrachtet werden koennen.

In vergangenen Jahren haben Jihad-Fuehrer feierlich in der Gegenwart ihrer opakistaischen und arabischen Meister auf ihre "Ehre", den Koran oder das Herz des Allerheiligesten, Mekka und Medina, geschworen, Blutvergiessen zu unterlassen (und natuerlich, haben sie ihre Schwuere gebrochen, noch bevor die Tinte auf dem Papier getrocknet war). Denken die UN, dass diejenigen, die zu solcher Perfidie faehig sind, sich an ihre Unterschrift auf einem Stueck Papier in Bonn gebunden fuehlen? Verstehen die UN nicht, dass diese kaeuflichen Kriegsherren keinerlei Skrupel haben werden, sich wieder meistbietend an alte und neue Machthungrige zu verdingen, und infolge dessen wieder die Einmischung ihrer auslaendischen Meister willkommen heissen, wenn ihr schmutziger, beschraenkter und persoenlicher Ehrgeiz und ihre Interessen grundlegend kompromittiert werden? Diese hochgekommenen Verbrecher haben einen unstillbaren Hunger nach Macht und Status, egal was der Preis dafuer ist, und aus diesem Grunde koennen sie nicht anders, als gegeneinander konspirieren und sich gegenseitig die Kehlen aufschlitzen. Verstehen die UN nicht, dass die Mitglieder der "Northern Aliance" - die nicht nur einmal, sondern -zigmal Hilfsgueter-Konvois der UN gepluendert haben, und kein anderer als Mahmoud Mistry, der damalige Representant des Generalsekretaers der UN in Afghanistan, der sie zutreffenderweise "Banden von Banditen" nannte - dass man denen nie trauen kann, die Milliarden von Dollars zu verwalten, die an Afghansitan fuer Rekonstukrion und Rehabilitation gezahlt werden?

RAWA warnt wieder einmal die UN und die Weltgemeinschaft, dass jegliche Verzoegerung in der Entsendung von UN-Friedenstruppen nach Afghanistan den Weg fuer unvermeidliche Blutbaeder und Wiederholungen der unvergleichlichen Chrecken und Greueltaten der Jahre 1992 bis 1996 freimafcht. Der momentane Hundekampf zwischen Dostrum-Banden und Hezb-i-Wahdat-Banden wird nicht auf Mazar-i-Sharif beschraenkt bleiben. Wenn die UN wirklich fuer die Unabhaengigkeit, die Einheit und die Demokratie in Afghanistan Sorge tragen, dann duerfen sie unter keinen Umstaenden die "Northern Alliance" weiterhin unhterstuetzen und sollten rasch und einstimmig jegliches Land verdammen und strafen, dass versucht, Geldmittel und Waffen an diese Moerder auszuteilen. Nur dann kann eine Regierung ohne terroristeisch-fundamentalistische Vergiftung und ohne Moerder, eine Regierung, die auf demokratischen Werten basiert, in Afghanistan eingesetzt werden, nur dann kann erfolgreich der Frieden wiederhergestellt werden und Stabilitaet fuer dieses verzweifelte Land erreicht werden , nur dann koennen die Herausforderung der Rehabilitation dieses Landes ernsthaft in Angriff genommen werden.

Das Ende der erzwungenen Elends und Erniedrigung der Burqa ist keineswegs ein Zeichen der Erreichung von Frauenrechten. Die Revolutionaere Vereinigung der Frauen Afghanistans, als die einzige feministische und anti-fundamentalistische Organisation in Afghanistan, glaubt, dass nur durch den Einsatz einer sekulaeren und demokratischen Regierung die afghanischen Frauen in der Lage sein werden, die schwere Last der Jahrhunderte der Unterdrueckung abzuwerfen und voellig gleichberechtigt mit den Maennern zusammenleben koennen werden.

Unser verzweifeltes Mutterland, das in unendliche Trauer gehuellt ist, ist den Klauen der Taliban entronnen, nur um sich in der Sackgasse der Jehadi-Moerder wiederzufinden, das kann man nicht beschreiben und definieren, ausser vielleicht mit den kraftvollen und glanzvollen Worten des Ahmad Shamly. Aber RAWA, zusammen mit den Mensche, die RAWA gegruendet haben, wird niemals aufhoeren zu kaempfen, um aus dieser Sackgasse auszubrechen:

In dieser Sackgasse

Sie riechen Deinen Atem.
Du haettest lieber nicht sagen sollen: "Ich liebe Dich ".
Sie riechen Dein Herz.
Dies sind seltsame Zeiten, Liebling....
Und sie peitschen aus
Liebe
An der Strassensperre
Wir verbergen unsere Liebe besser im Schrank
In dieser verwundenen Sackgasse und der durchdringenden Kaelte,
sie schueren das Feuer
mit Spaenen aus Liedern und Gedichten.
Riskiere keinen Gedanken.
Dies sind seltsame Zeiten, Liebling...
Der um Mitternacht an die Tuer klopft
Ist gekommen, das Licht zu toeten.
Wir verstekcen das Licht besser...
Jene dort sind Schlaechter
An der Kreuzungen stehen sie Wache
Mit blutigen Knueppeln nd Hackbeilen
Diese sind seltsame Zeiten, Liebling...
Und sie schneiden Laecheln von Lippen
Und Lieder aus Muendern.
Wir verbergen besser die Freude
Kanarienvoegel, gegrillt
Auf Feuern aus Lilien und Jasmin,
Dies sind seltsame Zeiten, Liebling...
Satan, siegestrunken,
sitzt bei unserem Leichenschmaus.
Wir verstecken Gott besser im Schrank.



Die Revolutionaere Vereinigung der Frauen von Afghanistan (RAWA)
10. Dezember 2001






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